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Schmerzen an der Oberseite der Zehen.
Druckstellen an den Zehen
Kalte Zehen
Schmerzen am Rist
Schmerzen an der Fußinnenseite
Sie schlüpfen mit der Ferse aus dem Schuh
Zu dünne Waden
Zu dicke Waden
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Wie bei allem bedarf es auch beim Bootfitting Fachwissen, Ausbildung und Erfahrung. Jahrelange Arbeit mit Skifahrern ist nötig um Kompetenz zu entwickeln.

Die Sportartikelindustrie wird es nie schaffen Skischuhe in der Masse zu produzieren die dem Einzelnen perfekt passen. Zu einzigartig und individuell ist jeder Fuß als dass dies gelingen könnte. Jeder Sportler bewegt sich anders, es gibt unzählige verschiedene Arten von Problemen die an Füßen auftreten können. Den Standartfuß per definitionem gibt es nicht.

Zivilisationskrankheiten wie Sprunggelenksprobleme, schwächere Muskulatur und Bänder nehmen zu, darauf wird in der Massenproduktion Rücksicht genommen. Um optimal sitzende Skischuhe zu haben müssen Anpassungen vorgenommen werden. Bootfitting vom Fachmann ist die Antwort auf die Forderung nach dem perfekten Skischuh.
Angepasste Skischuhe helfen Schmerzen und Beschwerden auf der Piste zu vermeiden. Zusätzlich steigt durch erhöhtes Fahrgefühl und besser Übertragung der Kraft auf Ski und Piste die Gesamtperformance. Wichtig ist beim Bootfitting vor allem dass sich Verkäufer und Fachmänner Zeit für den Kunden nehmen um wirklich das Maximum herauszuholen.
Wichtig ist in den Augen des Kunden in erster Linie die Bequemlichkeit und Passform des Skischuhs. Man sollte aber nicht vergessen wie wichtig der Skischuh als Verbindung zwischen Skifahrer, Ski und Piste ist. Nur mit optimalem Material an den Füßen lässt sich Kraft und Fahrkunst auf die Kante übertragen. Nur mit optimal passenden Skischuhen stabilisiert sich der Fuß und mit ihm der Ski und lässt Bewegungen in sauberer Ausführung zu. Bequemlichkeit und Performance sind nicht immer zu gleichen Teilen zu 100% umsetzbar.
Der Fachmann muss aus dem Kunden letztendlich herauskitzeln welche dieser beiden Eigenschaften, Komfort oder Fahrverhalten, wichtiger ist. Des Kunden Wünsche sind die Vorgaben für den Verkäufer. Um wirklich optimale Ergebnisse erzielen zu können müssen die Skischuhe natürlich von der Grundvoraussetzung (Allroundschuh, Rennschuh oder Freerideschuh) her mit den Vorstellungen übereinstimmen. Eine weitere Grundvoraussetzung ist, dass die Größe des Skischuhs stimmt. Kunden leben oft mit der Vorstellung dass ein Schuh der eine halbe oder gar eine ganze Nummer zu groß ist, besser passt und bequemer sitzt. Leistungsübertragung und Fahrspaß sind mit zu großen Schuhen allerdings nicht ideal zu erreichen. Je besser der Schuh passt, desto mehr Spaß hat man auf der Piste.
Leidet der Kunde an einem Senkfuß oder einem anderen Problem, ist es natürlich ungleich schwerer den Schuh anzupassen als bei einem gesunden Fuß. Hier einige der typischen Problemzonen und was der Fachmann dagegen tun kann.

 


Schmerzen an der Oberseite der Zehen.
Die harte Kunststoffschale schränkt natürlich die Bewegungsfreiheit ein und lassen oft zu wenig Platz. Um den Zehen mehr Platz zu verschaffen wird die Schale an der Stelle erweitert und der Raum damit höher. Durch Erwärmen der Kunststoffschale wird diese flexibel. So kann man sie erweitern. Ist die gewünschte Form erreicht, lässt man die Schale wieder abkühlen und sich fixieren. Durch die reine Erhöhung wird die Performance des Schuhs nicht in Mitleidenschaft gezogen.

 


Druckstellen an den Zehen
Weil jeder Fuß eine individuelle Form hat kann es zu Druckstellen im Skischuh kommen. Vor allem an den Extremitäten, dem großen und dem kleinen Zeh können Schmerzen auftreten. Angenehm ist was anderes, im schlimmsten Fall wird die Zehenform durch zu wenig Platz beeinflusst. Es gibt zwei Varianten um dies auszugleichen. Mit einer Fräse wird dort wo der Zeh ansteht der Schuh ein wenig ausgehöhlt oder man erweitert den gesamten vorderen Bereich des Skischuhs. Mit steigender Bewegungsfreiheit für die Zehen sollte auch die gesamte Koordination beim Fahren erhöht werden.

 


Kalte Zehen
Besonders Damen leiden beim Skifahren häufig an kalten Zehen. Dies hat auf Gleichgewicht und Koordination am Ski die gleichen Auswirkungen wie zu wenig Platz im Schuh. Der Fahrer verliert das Gefühl für den Ski. Wärmende Einlagen können helfen, die einzige Möglichkeit um das Problem loszuwerden ist aber den Platz im Schuh zu erhöhen. Das Blut kann wieder bis in die Kapillaren vordringen und kann so den Fuß wärmen. Neben dem Ausfräsen des Innenschuhs können zusätzlich speziell geformte Einlagen helfen die den Blutfluss stimulieren.

 


Schmerzen am Rist
Auch am Rist, der Oberseite des Fußes können Schmerzpunkte entstehen. Drücken die Schnallen zu fest auf den Fuß, wird der Fuß von oben her eingeengt. Meist ist der Grund dafür ein zu großer Schuh der vom Fahrer umso fester mit den Schnallen geschlossen werden muss um Halt zu geben. Mit zunehmendem Alter weiten sich die Schuhe mehr und mehr aus, was das Problem noch verstärkt. Beschwerden an Rist und Sohle sind die logische Folge.

 


Schmerzen an der Fußinnenseite
Schmerzen an der Innenseite des Fußes entstehen wenn der Fuß nicht richtig im Schuh steht. Der Druck auf die Fußwurzelknochen wird mit dauerhafter Belastung groß genug um Probleme zu bereiten. Schmerzen an der Aussenseite des Fußes deuten auf eine falsche Position des Sprunggelenks im Schuh hin. Wiederum hilft es Platz für den Fuß zu schaffen oder die Stellung des Sprunggelenks mit einer Einlage auszurichten. Kippt der Fuß nach rechts oder links ab, ist die Funktion des Sprunggelenks eingeschränkt. Der Unterschenkel des Fahrers bewegt sich gegen die Zunge des Schuhs, das untere Sprunggelenk steht neutral. Handelt es sich um einen Problemfuß muss zustätzlich zu einer Sohle der Teil in dem das Sprunggelenk sitzt eventuell erweitert werden

 


Sie schlüpfen mit der Ferse aus dem Schuh
Der Skischuh sollte an Ferse und Rist ideal anliegen. Rennschuhe sind sehr eng. Sogar die Profis aus dem Skiweltcup die ihre Schuhe gewohnt sind haben bei kalten Bedingungen Probleme beim Hineinschlüpfen. Je enger der Schuh zwischen Ferse und Rist, desto besser der Halt. Auf keinen Fall darf man mit der Ferse so viel Spiel haben dass man aus dem Schuh zu schlüpfen droht. Im Schuh steckt unter der Einlagesohle an der Ferse der sogenannte Fersenkeil. Diesen kann man erhöhen um den Halt zu erhöhen. Vorsicht, bei aller Renntauglichkeit und Funktionalität, eine Balance mit der Bequemlichkeit sollte der Schuh schon aufweisen. Hilft dies nichts, kann Schäumen weiterhelfen. In die Hohlräume zwischen Innenschuh und Schuhschale wird Plastikschaum gespritzt, um die Schale enger an den Fuß anzupassen. Schäumen ist allerdings nur möglich bei passenden Skischuhschalen, in denen der Schaum sich rund um den Fuß legen kann.

 


Zu dünne Waden
Sehr schlanke Menschen mit dünnen Unterschenkeln haben oftmals das Problem dass sich der Schuh nicht an die schmaleren Glieder anpassen lässt. Ist zwischen Schaft und Schienbein zuviel Platz, kommt es zu schmerzhafter Reibung. Zudem kann die Kraft nicht vom Fuß auf den Ski übertragen werden. Ein schwammiger Fahrstil und schlechte Kontrolle sind das Resultat. Etwas kräftigere und dickere Zungen, Keile im Bereich des Schafts sind Schnellhilfen bei diesem Problem. Fehlt es doch um ein größeres Stück können die Schuhe ausgeschäumt werden um den Druck zu erhöhen. Hilft auch das nichts, sollte man sich einen Rennschuh überlegen. Diese speziellen Modelle sind von vornherein schon schmaler und enger geschnitten. Für den Durchschnittsskifahrer sollte der Fachmann dann weicheres Material zur Erhöhung des Komforts an gewissen Stellen hinzugeben und eventuell die Schnallen versetzen wenn möglich.

 


Zu dicke Waden
Auch das umgekehrte Phänomen, sehr kräftige und dickere Unterschenkel können zum Problem werden. Die Schuhe lassen sich nur sehr schwer schließen. Je höher der Schuh ist, desto mehr Platz muss man für den Fahrer schaffen. Damenmodelle beugen dem Problem oft mit einem niedrigeren Schnitt von vornherein vor. Viel Raum lässt sich durch schmalere Zungen schaffen. Fehlt es gröber muss die Schale des Schuhs erweitert werden. Zusätzlich bringt auch das Versetzen der Schnallen des Skischuhs viel. Vorsicht aber dass der Schuh nicht zu sehr ausgeweitet wird. Wichtig ist vor allem dass der Schuh im Sprunggelenks- und Fersenbereich noch schön anliegt.